Wohnst Du schon, oder baust Du noch?

Im Leben eines jeden bloggenden Bauherren kommt irgendwann der Punkt, an dem er sich fragen muss: „Gehst Du heute noch auf die Baustelle, oder trägst zur legitimen Befriedigung der Neugierde Deiner Leser bei?“ Wie unschwer zu erkennen ist, haben wir uns in den letzten Monaten hauptsächlich um die Baustelle gekümmert – im Interesse aller gegenwärtigen und zukünftigen Lesern werden wir aber anhand unser zahlreichen Fotografien unsere Eindrücke nachdokumentieren. Frei nach Douglas Adams darf ich allerdings schon etwas Spannung nehmen: Wir sind mittlerweile erfolgreich eingezogen und genießen unser Häuschen jeden Tag.

Das richtet alles der Verputzer…

Während EBH im März fleißig Türen und Treppen eingebaut und Fliesen verlegt hat, waren auch wir nicht untätig. Es galt, eine Wand zu verputzen – und die unmittelbare Umgebung der Wand hat es uns auch nicht leicht gemacht. Benchmark in Punkto Oberflächenqualität ist nämlich die beliebte Gipsfaserplatte, aus der eigentlich unser ganzes Haus besteht. Bei einer 12er Wand mit 11er Ziegeln ist dann der Spielraum auch einigermaßen begrenzt. Erstaunlicherweise musste der Bauherr immer wieder feststellen, dass es durchaus möglich ist, Berge und Täler in ein 1,40m x 2,20m großes Wandstück zu putzen. Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen – bei Weitem nicht so glatt und schön, wie Profis das hinbekämen, aber hey, vor die eine Seite kommt ein Schwedenofen, vor die andere wahrscheinlich ein Schrank…

Anrühren der trägen Masse.

Anrühren der trägen Masse.

Die erste Lage ist aufgebracht.

Die erste Lage ist aufgebracht.

Finish mit Gipsputz.

Finish mit Gipsputz.

Wir stehen unter Spannung

Wie angekündigt, eine spannende Geschichte zum Thema Strom – spannend zumindest für Bauherren… Im Dezember schien es noch eine geschickte Idee zu sein, den für die Baustromversorgung beauftragten lokalen Elektriker mit der Beauftragung des Hausstromanschlusses bei der N-Ergie anzuheuern. Die Hoffnung von EBH und den Bauherren war damals, die lokalen Besonderheiten geschickt nutzen zu können. Leider lief das gründlich schief.

Ende Januar brachte ein Anruf beim Netzbetreiber Klarheit: Von unserem Bauvorhaben liegt noch kein Antrag auf Hausanschluss vor. Nachdem wir unserem Elektriker dann etwas Dampf gemacht hatten, wollte die N-Ergie weitere Pläne des Technikraums. Es stellte sich heraus, dass der von EBH vorgesehene Platz des Hausanschlusses nicht ganz den Richtlinien der N-Ergie entspricht, was die freie Zugänglichkeit und den Platz, rechts, links, darüber und davor betrifft. Ein Glück, dass DREI Leerrohre in den Technikraum zur Verfügung stehen und so der Platz gewechselt werden konnte. Andere Bauherren im Baugebiet mussten tatsächlich auf einen außenliegenden Hausanschluss ausweichen und haben nun Zeitlebens einen schönen grauen Kasten im Garten stehen.

Nachdem wir das extra für uns individuell erstellte Angebot (hust, hust) zur Erstellung eines Hausanschlusses dann angenommen hatten – was ist bitte die Alternative? – schien es recht schnell zu gehen: Der Bauleiter der ausführenden Firma kam einige Tage später vorbei, um die Lokalität in Augenschein zu nehmen. Dabei hat er den staunenden Bauherren auch gleich noch eine „lichtbogenfeste Befestigungsplatte“ verkauft. Jetzt sitzt der Hausanschluss auf drei Gipsfaserplatten, der Sinn erschließt sich uns (und EBH) nicht ganz. Auch nicht, dass die Rechnung für Erdarbeiten und Hausanschluss an die N-Ergie zu bezahlen sind, die lichtbogenfeste Befestigungsplatte aber direkt abgerechnet wird. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

Ein Hausanschluss - auf Gipsfaserplatte, auf Gipsfaserplatte, auf Gipsfaserplatte...

Ein Hausanschluss – auf Gipsfaserplatte, auf Gipsfaserplatte, auf Gipsfaserplatte…

Leider war dann der Besuch des Bauleiters das einzige, was schnell gehen sollte. Den Anschluss sollte es dann in den nächsten „vier bis sechs Wochen“ geben, mit einigen Tagen Vorwarnzeit. Mit derart unkonkreten Zeitangaben ist es dann natürlich nicht so einfach, die Gewerke zu koordinieren: EBH macht die verbleibenden Installationsarbeiten erst, wenn der Strom da ist. Wenn wir montags in Königswusterhausen anrufen und sagen, „Dienstag kommt der Stromanschluss“ dürfte ich dort die Begeisterung auch in Grenzen halten. Und Fliesen für den Flur brauchen wir auch noch. Wenn der Fliesenleger sagt, „hier geht jetzt niemand drüber“, dann geht da auch niemand drüber. Zu allem Übel kommt noch das überaus bescheidene Wetter dieses Frühjahr dazu. Zwar ist der Schnee mittlerweile weg, aber der Boden ist noch tiefgefroren – im wahrsten Sinne des Wortes!

Such das Leerrohr! Es war dann tatsächlich am Pflock in der Bildmitte, aber viiiiiiel tiefer als erwartet.

Such das Leerrohr! Es war dann tatsächlich am Pflock in der Bildmitte, aber viiiiiiel tiefer als erwartet.

Am 22. März ist es dann schließlich soweit. Der Bautrupp rückt an. Der verrückte Bauherr hat im steingewordenen Boden auch bereits die Leerrohre gefunden – zum Glück ist das Gerüst nur „ein bisschen“ im Weg und derart gut verschraubt, dass es auch mal kurz „schweben“ kann. Alles läuft wie am Schnürchen, alle sind da: Die Menschen, die das Loch aufbaggern (wieder mal ein exzellenter Baggerfahrer!), der Mann, der unter Spannung das Kabel vom Baustromanschluss entfernt und an den Hausanschluss klemmt und schließlich der Gute, der die Zähler setzen darf. Ach, und EBH ist natürlich auch da. Der Wahnsinn! Von den Erdarbeitern kommt noch der gute Tipp, die verbleibenden Leerrohre etwas zu verlängern und hochzuziehen. So muss bei einer erneuten Suche nicht mehr bis zum Stromanschluss gebuddelt werden. „Gute Idee!“ spricht der Bauherr und macht sich auf in den Baumarkt, KG Rohre zu kaufen.

Noch ist die Verbindung der Kabel nicht hergestellt.

Noch ist die Verbindung der Kabel nicht hergestellt.

Als der nach dreißig Minuten wieder kommt, baut der Mann von der N-Ergie gerade wieder den Zähler für den Hausstrom aus, Wärmepumpe darf angeschlossen bleiben. WIE BITTE? Es fehlt ein Teil, das den Strom vom Anschluss im Verteilerkasten rechts auf die linke Seite bringt. Ohne Spannung darf der Zähler nicht gesetzt werden, er wird wieder ausgebaut. Da hilft kein Flehen und kein Klagen, da geht er hin, unser Stromanschluss. Schließlich findet sich ein Kompromiss: Das fehlende Teil wird besorgt und bis zum nächsten Termin des Zählersetzers wird der Baustromzähler verwendet…

Moderner Baustromzähler neben altem HT-NT-Zähler. Nicht ganz nach VDE befestigt, nehme ich an...

Moderner Baustromzähler neben altem HT-NT-Zähler. Nicht ganz nach VDE befestigt, nehme ich an…

Wir sind das erste Haus, das im Baugebiet den Hausanschluss bekommt. Die ausführende Firma hat keinen Schimmer, was sie mit dem „orangenen Kabel“ machen soll. Ich weiß, das soll mal mein Telefonanschluss werden, aber wenn die Profis keinen Auftrag haben, das Ding ins Haus zu verlängern? So wird es wieder zugeschüttet. „Was soll’s, nehm ich halt LTE!“, denkt sich der neunmalkluge Bauherr. Dass das nicht so einfach werden sollte, ist eigentlich klar, aber eine weitere Geschichte…

Das "orangene Kabel" ist ein Leerrohr für ein zukünftiges Glasfaserkabel. Bis zum Internatanschluss soll es noch Ende August werden...

Das „orangene Kabel“ ist ein Leerrohr für ein zukünftiges Glasfaserkabel. Bis zum Internetanschluss soll es noch Ende August werden…

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